Gelenksinfiltraionen

Ich werde mich einer Gelenkinfiltration unterziehen

Eine Gelenkinfiltration ermöglicht die lokale Behandlung von Entzündungen und den damit häufig verbundenen Schmerzen in einem Gelenk. Es handelt sich dabei um einen gängigen und normalerweise sehr gut verträglichen Eingriff der ambulant durchgeführt werden kann.

Warum wurde mir eine Infiltration verordnet?

Eine Infiltration wird verordnet, wenn orale entzündungshemmende und schmerzstillende Behandlungen nicht mehr ausreichend wirksam sind, um die Entzündung und die daraus entstehenden Schmerzen im Gelenk zu lindern.

Woraus besteht eine Infiltration?

Bei einer Infiltration wird ein entzündungshemmendes, häufig kortisonhaltiges gemeinsam mit einem schmerzstillenden  Medikament direkt in das betroffene Gelenk injiziert. Neben dem eigentlichen Gelenk kann auch eine entzündete Sehne oder ein gereizter Nerv Ziel der Infiltration sein.
Diese Behandlungsform hat sich als wirksamer erwiesen als die orale Einnahme von Medikamenten. Sie wirkt in nur wenigen Stunden gegen den Schmerz und die Entzündung des Gelenks. Die Wirkung hält normalerweise mehrere Monate an.

 

Muss ich mich auf die Infiltration vorbereiten?

Eine Infiltration ist ein unkomplizierter Eingriff. Von Ihrer Seite aus müssen keine bestimmten Vorbereitungen getroffen werden. Wenn Ihnen dieser Eingriff jedoch Angst bereitet, sollten Sie dies Ihrem Arzt mitteilen.

 

Wo und wie wird die Infiltration durchgeführt?

Normalerweise wird die Infiltration in der Arztpraxis bei einem Untersuchungstermin durchgeführt.
Abhängig von der Infiltrationsstelle müssen Sie sich hinsetzen (Schulter,Knie) oder auf den Bauch legen (Wirbelsäule).
Bestimmte Infiltrationen (Hüfte oder Wirbel) werden evtl. unter radiologischer Kontrolle durchgeführt.
Nach einer lokalen Desinfektion wird das Medikament mit einer sterilen Nadel in das Gelenk injiziert.
Nach Herausziehen der Nadel erhalten Sie einen Pflasterverband, der mehrere Stunden getragen werden muss.

Ist der Eingriff schmerzhaft?

Dieser medizinische Routineeingriff ist schmerzarm. Die Unannehmlichkeiten sind nicht größer als bei einer Blutabnahme, allerdings können nach der Injektion des Medikaments kurzzeitig Schmerzen auftreten. Falls Sie sich während oder nach dem Eingriff schwach oder unwohl fühlen, teilen Sie dies bitte sofort mit.

Kann der Knorpel beim Einstich in das Gelenk beschädigt werden?

Nein, bei der Infiltration dringt die Nadelspitze in das Innere des Hohlraums ein, in dem sich das Gelenk befindet. Dabei werden normalerweise weder Knorpel noch andere Gewebestrukturen beschädigt.

Welche Substanzen werden injiziert?

In der Regel handelt es sich bei den injizierten Substanzen einerseits um schmerzlindernde Lokalanästhetika (Xyloneural), andererseits um entzündungshemmende Medikamente, oft auf Kortisonbasis, die gegen den Schmerz und die Entzündung zugleich wirken. In diesem Fall hat das injizierte Mittel die Form von kleinen Kristallen. Diese haben den Vorteil, dass sie sich langsam auflösen und daher länger wirksam sind (Monate). Nach der Infiltration kann für wenige Stunden eine lokale Reizung bestehen – sie klingt aber von selbst wieder ab.

Es ist auch möglich, andere Medikamente zu injizieren, die eine ähnliche Wirkung wie die  natürliche „Gelenksschmiere“ haben- z.B. Synocrom.

Birgt eine Infiltration Risiken?

Nebenwirkungen sind selten und von geringem Ausmaß. Sehr selten können schwere Nebenwirkungen wie beispielsweise eine Infektion oder ein Bluterguss auftreten. Informieren Sie jedoch den Arzt vor der Infiltration über mögliche Erkrankungen, Allergien oder Symptome, an denen Sie leiden. Falls Sie regelhaft Tabletten zur Behandlung einer Erkrankung einnehmen, sollte Sie das mit dem Arzt besprechen, insbesondere bei:

  • Diabeteserkrankung
  • Behandlung von Bluthochdruck oder Herz-/Kreislauferkrankung
  • Behandlung mit gerinnungshemmenden oder blutverflüssigenden Medikamenten
  • Akute Infektionskrankheit oder kurz zurückliegendes Fieber oder Hauterkrankung
  • Allergie oder häufige Ohnmachtsanfälle
  • Früheres oder aktuelles Magen- oder Darmgeschwür
  • Schwangerschaft und Stillperiode
  • Immunschwäche, medikamentöse Immunsuppression

Diese Situationen können Ihren Arzt dazu veranlassen, die Durchführung zu verschieben, bestimmte Vorsichtsmaßnahmen zu treffen oder seine Kontrolluntersuchungen anzupassen.
Nach der Infiltration kann es zu Nebenwirkungen kommen, die nach einigen Stunden oder Tagen wieder nachlassen (Schmerzen an der Einstichstelle, Rötung des Gesichts oder Hitzegefühl, Kopfschmerzen). Sollten einige Stunden nach der Infiltration Unwohlsein oder Schmerzen auftreten, verständigen Sie den Arzt, der diese Behandlung durchgeführt hat.

Welche Vorsichtsmaßnahmen sollte ich nach einer Infiltration für meine Gelenke ergreifen?

Die Infiltration kann den Schmerz im Gelenk, in der Sehne oder im Nerv sehr schnell lindern.
Allerdings sollten Sie sich in den nachfolgenden 24 Stunden noch schonen, damit das Medikament wirken und eine anhaltende Verbesserung eintreten kann.

Wie viele Infiltrationen dürfen durchgeführt werden?

Im Allgemeinen werden nicht mehr als drei Infiltrationen pro Jahr und pro Gelenk empfohlen.
Notieren Sie sich bei jeder Infiltration in einem Kontrollheft oder Ihrem Gesundheitspass das Datum, das injizierte Medikament und die Wirksamkeit der Infiltration. Vergessen Sie nicht, dieses Dokument zu jeder neuen Infiltration mitzunehmen.

 

 Bei richtiger Durchführung verursacht eine Infiltration nicht mehr Schmerzen als eine einfache Blutabnahme. Sie wirkt in nur wenigen Stunden effizient auf das schmerzhafte Gelenk. Die Wirkung hält mehrere Monate an.